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Gießener Hütte abgeschnitten

Abteilung: 

Die Gießener Hütte in Kärnten ist seit Ende Oktober von der Außenwelt abgeschnitten. Denn ein verheerendes Unwetter hat die Zufahrtsstraße an etlichen Stellen schwer beschädigt. Pächterin Julia Baier und Jens Agel vom Hüttenwart-Team der Sektion hoffen, dass die Reparaturen bis Ende Juni und damit vor Beginn der Wandersaison 2019 abgeschlossen werden können. Aber womöglich wird die Hütte erst im Laufe des Juli wieder erreichbar.

Die schmale Zufahrtstraße entlang des Gößbachs in Richtung Gießener Hütte beginnt im Maltatal ab 800 üNN und endet auf knapp 1700 Metern zu Füßen des Gößkarspeichers. Vom Parkplatz dort führt dann eine schlichte Forststraße hinauf zur Gießener Hütte in 2215 Metern Höhe. Sie darf nur vom Jagdpächter und zur Versorgung der Hütte befahren werden. 
300 Liter pro Quadratmeter 
 Momentan und auf absehbare Zeit ist die Verbindung zwischen Tal und Hütte aber auch nicht passierbar. Denn Ende Oktober gab es in dieser Gebirgsgegend ein verheerendes Unwetter: Binnen nicht einmal 48 Stunden strömten 300 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel. Der Starkregen schwemmte an allen Wasserläufen Erdmassen und Felsbrocken auf die Straße (Foto). An mehreren Stellen sind nun die Furten über die Bäche unterbrochen, weil die Betonfahrbahnen beschädigt wurden. Auch der Forstweg zur Gießener Hütte ist im unteren Teil verwüstet. Dort hat die Wasserflut die obere Splittschicht auf den Fahrspuren weggeschwemmt.
Bei einer Hubschrauber-Befliegung wurden sämtliche Schäden in dem ohnehin geologisch schwierigen Gelände erfasst. Das spezialisierte Ingenieurbüro soll nun einen detaillierten Reparaturplan ausarbeiten und die voraussichtlichen Kosten ermitteln. Die Hälfte muss der Kraftwerke-Betreiber Verbund AG zahlen, der Rest verteilt sich auf zwei Grundbesitzer, die Gemeinde Malta, die DAV-Sektion Gießen-Oberhessen und die Fischereiberechtigten.
Bei der Privatstraße zwischen Speicher-Parkplatz und Gießener Hütte teilen sich der Grundbesitzer und die Sektion Gießen die Baulast. Nach ganz grober Schätzung wird das Wiederherrichten der Fahrspuren rund 20 000 Euro kosten. An dem Anteil des Alpenvereins wird sich der Dachverband mit mindestens 50 Prozent beteiligen. 
Notfalls provisorische Versorgung 
Die finanzielle Belastung des hiesigen Alpenvereins durch das Unwetter ist denn auch für Jens Agel, den Vertreter des Hüttenwart-Teams, das geringere Problem. Er macht sich viel größere Sorgen, dass die Sanierung nicht rechtzeitig zur regulären Öffnung der Hütte am letzten Juni-Wochenende und damit zum Beginn der Wandersaison abgeschlossen werden kann. Denn witterungsbedingt werden die Arbeiten nicht vor Mitte Mai beginnen können. Zudem droht die Gefahr, dass sie bei schlechtem Wetter unterbrochen werden müssen.
Für den Fall der Fälle strebt Maltas Bürgermeister Klaus Rüscher aber an, dass eine Belieferung der Hütte provisorisch sichergestellt wird. Bergwanderer und Bergsteiger müssten sie dann allerdings schon vom Tal aus zu Fuß ansteuern. Aus den gewohnten drei Kilometern mit gut 500 Höhenmetern würden dann 15 Kilometer mit 1400 Höhenmetern. Das gilt auch für das Hüttenwart-Team, das vor Saisonbeginn die Hütte aus dem Winterschlaf wecken und die Neuausstattung der Küche fortsetzen will.